- www.barbarine.de

Suche auf Seite
Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Die Babarine > nach 1945 > A - G

Dietrich Hasse wurde am 24.März 1933 in Dresden geboren. Während der Nachkriegszeit lebte er in Schöna, Bad Schandau, Sebnitz und Freiberg.
1955 ging er nach Westberlin, später nach München und Stuttgart. In Sebnitz legte er nach der Schulzeit das Abitur ab. Es erfolge in den Jahren 1948 bis 1949 eine Ausbildung als Schweißer und Apparatebauer. Er studierte an der Bergakademie Freiberg sowie der Freien Universität Berlin. Zuerst Fachrichtung Geologie, später Geographie, Biologie und Politik. Beruflich war er als Studiendirektor(zuvor Referendar, Assessor, Studienrat) an Stuttgartern und Münchner Gymnasien tätig.

Vor allem in den fünfziger Jahren zählt er zu den führenden Bergsteigern im Elbsandsteingebirge wie in den Alpen, wo ihm schwierigste Tourenwiederholungen und Erstbegehungen glücken. Er war bis Ende der fünfziger Jahre Mitglied im sächsischen Kletterverein „Hunskirchler“. Seine Klettergefährten in den sächsischen Felsen sind die „Hunskirchler“ Kameraden mit Bruder Christian Hasse, dann Herbert Richter,  Ulrich Voigt und weitere gewesen.

Zu seinen Erstbegehungen im Elbsandsteingebirge zählen unter anderem:

Bloßstock-R.-Fehrmann-Gedächtnisweg .
VIIb(1950)
Kleiner Falknerturm-Nordkante -
VIIIb(1950)
Märchenturm-Geisterkante -
VIIIb(1950)
Falkenstein-Westgrad, -
VIIIb(1950)
Höllenhund-Talweg, -
VIIIa(1955)
Sommerwand-Nordwestwand, -
VIIIb(1957)

Nach dem Verlassen der sächsischen Heimat durchstieg er in den Sextener Dolomiten im Jahr 1958 als Erstbegehung die 550 Meter hohe Direkte-Nordwand- Route(Direttissima) an der Großen Zinne zusammen mit Lothar Brandler, Jörg Lehne und Siegi Löw, eine der schwierigsten Alpenunternehmungen jener Zeit.

Südwestwand der Rotwand -  Im Herbst des Jahres 1958 haben sich Lothar Brandler und Dietrich Hasse, die damals wohl zu den besten Kletterern der Welt zählten, fast vier Tage lang durch diese Wand gekämpft.

Er nahm an Bergexpeditionen 1960 in den Hindukusch, 1969 in die Anden und 1971/72 ins Hoggargebirge der Zentralsahara teil. Seit dem Jahr 1975 gelang ihm mit seinen Kletterfreunden die bergsteigerische Erschließung der nordgriechischen Metéorafelsen, die man inzwischen als ein Zentrum des griechischen Bergsportes bezeichnet.



Die Direttissima der Große-Zinne-Nordwand

Diese Route, vom 6. bis 10. Juli 1958 von Dietrich Hasse, Lothar Brandler, Jörg Lehne und Sigi Löw erstbegangen und deswegen auch Hasse-Brandler genannt, führt in direkter Linie durch die 550 Meter hohe Große Zinne-Nordwand und galt damals als schwerste Felskletterei der gesamten Alpen. Die Erstbegeher kletterten damals technisch, d.h. sie verwendeten Haken, Trittleitern und ähnliche Materialien nicht nur zur Sicherung, sondern auch zur Fortbewegung; der Schwierigkeitsgrad wurde mit VI/A2 (nach einer anderen Quelle VI-/A3) angegeben. Die ca. 140 (nach anderen Angaben: 180) Haken, die geschlagen wurden, lösten heftige Debatten, z. B. im Magazin Bergsteiger, darüber aus, wie viele Haken beim Klettern einer neuen Route vertretbar seien und wann man nur noch von einer Materialschlacht gegen den Berg sprechen könne. 1987 wurde die Hasse-Brandler von Kurt Albert und Gerold Sprachmann erstmals rotpunkt durchstiegen und war mit Schwierigkeiten bis zum oberen VIII. Grad wiederum eine der schwersten Freiklettereien der Alpen. Am 1. August 2002[1] vollbrachte Alexander Huber schließlich eine der bemerkenswertesten Taten des modernen Alpinismus, als er die Hasse-Brandler free solo kletterte.

Dietrich Hasse veröffentlichte zahlreiche Publikationen, die sich mit bergsteigerischen, geographischen und anderen Themen befassen. Bei den sächsischen Bergfreunden besonders bekannt sein 1979 gemeinsam mit Lothar Stutte herausgegebenes Buch “Felsenheimat Elbsandsteingebirge“, das als Standartwer zum Thema Sächsische Schweiz gilt.
Im Jahr 2000 erschien sein Buch “Wiege des Freikletterns-Sächsische Marksteine im weltweiten Alpinsport bis zur Mitte des 20.Jahrhunderts“

 



Im Jahr 1990 wurde Dietrich Hasse vom 1989 wieder gegründeten SBB zum Ehrenmitglied ernannt.



Dietrich Hasse und Frau Ursula




 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü