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Die Babarine > Bergsteigen



Gipfel und Massive


Wer die Sächsische Schweiz besucht, begibt  sich in eine Einzigartige Landschaft. Das geologische Werden des Elbsandsteingebirges, hat eine Vielzahl von Tafelbergen, mächtigen Sandstein Blöcken und Sandsteinnadeln hervorgebracht. Seit Anbeginn, zog es Menschen auf diese Berge. So waren es Burgen, die einige Gipfel des Gebirges krönten.

Kleine Gipfel - große Wände

Die sächsische Kletterei beschränkt sich auf einen Teil der bekletterbaren Felsfläche. Geklettert wird nur an allseits freistehenden Felsen (mindesthöhe 10m) deren Gipfelbereich nur durch Kletterei zugänglich ist. Diese Selbstbeschränkung ist historisch gewachsen inzwischen aber auch ein wesentlicher Teil des Konsenses zwischen Klettern und Naturschutz.

Historische Wurzeln und Entwicklung

Die Beschränkung auf Gipfel hat sich über die „Geschichte“ des Kletterns in der Sächsischen Schweiz entwickelt. In der Vor-Bergsteigerischen-Phase spielte der Gipfel nur dann eine Rolle, wenn es einen Grund gab ihn zu ersteigen oder zu nutzen. Sei es als Beobachtungspunkt, als Signalwarte oder wegen seiner strategischen Lage. Später mag die abenteuerliche Herausforderung dazu gekommen sein. Oscar Schusters erste alpinistische Unternehmungen fanden allerdings zunächst nicht an freistehenden Gipfel sondern an den Wänden des Bielatales statt. Nimmt man es ganz genau, so schlug die Geburtsstunde des Bergsteigens bereits am 19.03.1848, als Sebastian Abratzky den Königstein bestieg. Leider bestieg er den Königstein, auf dessen Haupt eine Festung Dronte, ergo handelt es sich damit um ein Massiv.

Der landschaftliche Reichtum an Gipfeln und die besonderen Herausforderung ihrer relativen Unerreichbarkeit führten die Gipfelziele immer mehr in die Mitte des bergsteigerischen Interesses. Die Abgrenzung vom "normalen" Touristen spielte natürlich auch eine Rolle, denn auch Felsen, die nur über künstliche Steiganlagen zugänglich waren wurden als Ziel meist abgelehnt. Diese Selbstbeschränkung wurde jedoch erst spät Teil der festen Regeln und lange auch nicht als absolut strikt betrachtet. So gab es auch einige Klettereien an exponierten Wänden, die Nutzung von Wandbereichen für das Training alpiner (künstlicher) Klettertechnik und so sind auch heute noch drei Ausnahmen von der Beschränkung auf Gipfel gültig (Großer Zschirnstein , Festung Königstein (jeweils ein definierter Weg) und Lilienstein (abgegrenzter Bereich mit ca. 40 definierten Wegen). Im Laufe der Jahre sind immer wieder etliche Gipfel dazu gekommen und einige auch wieder "verschwunden".

Im Allgemeinen richtete sich der Blick der Bergsteiger auf die Gipfel des Gebirges, gut es gab derer ja auch jede Menge. Und mancher dieser Gipfel schien in der Frühzeit so gut wie unbestreitbar. Heute sind im der Sächsischen Schweiz ca. 1100 Gipfel anerkannt mit über 15.000 Wegen.

Schon seit längeren, gibt es Bestrebungen auch an Massiven zu klettern. Derzeit werden bergsportlich 5-15% genutzt (je nach  Schätzungen und auch Messungen), damit sind mindestens 85% der Felsen Massive! Was spricht also gegen eine bergsportliche Nutzung dieser Massive? Zumal nur ein kleiner Teil der Massive von bergsportlichen Interesse währe (ca. 10%).

Ein großer Teil der Bergsteiger spricht sich heute bereits für eine Nutzung von Massiven aus, sowohl ältere Bergsteiger als auch die Jugend. Historisch gibt es keinen Hinderungsgrund, bis zur Herausgabe des „Kletterführer Elbsandstein Gebirge 1965“, war das Klettern nur an Gipfeln nicht definiert!

Grundsätzlich ist es der „Sächsische Bergsteiger Bund“ der sich gegen eine Nutzung von Massiven stellt, wo bei die Mittglieder zum erheblichen Teil, diese Auffassung nicht teilen.
Über Jahre stellte sich der „Nationalpark Sächsische Schweiz“ dagegen, erfreulicherweise wandelt sich dessen Meinung zu Gunsten einer Umweltverträglichen Bereitschaft zur Nutzung von Massiven.
Interessant ist nun, wie sich die Massiv Debatte in Zukunft entwickeln wird.






 
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