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Die Babarine > Bergsteigen



Im Jahre 1905 veröffentlichte Hugo Kurze im Jahrbuch der Sektion Dresden des österreichischen Touristenklubs seinen Beitrag
"Die Kletterberge der Sächsischen Schweiz".
Dieser 31 Seiten lange Artikel ist der erste bekannte Versuch einer zusammenhängenden Darstellung und Beschreibung der damals
bekannten Kletterziele des Elbsandsteingebirges, jedoch gab es eine deutlich kürzere, aber in vielen Passagen textgleiche Version dieses
Aufsatzes schon in der Februar-Ausgabe der "Österreichischen Touristen-Zeitung" von 1904 (Nummer 4, XXIV. Band) zu lesen.

Kletterberge (PDF)

Schon etliche Jahre vorher veröffentlichte Oskar Schuster Beiträge im Stile eines Kletterführers in der Zeitschrift des Gebirgsvereins für die Sächsisch-Böhmische Schweiz, jedoch immer nur für bestimmte einzelne Felsgruppen. Der Aufsatz von Hugo Kurze jedoch versucht erstmals,
eine geschlossene Übersicht zu geben.

Hugo Kurze (1865-1907) war zu dieser Zeit Vorsitzender der Sektion Dresden des Österreichischen Touristenklubs (ÖTK).

Aus Bergsteigergeschichte

II. Wintersportfest mit fast 5.000 Teilnehmern und Besuchern. Der sächsische König Friedrich August besucht die Wettkämpfe und beteiligt
sich mit seinen Söhnen beim Rodeln.
Norwegische Skispringer veranstalten ein „Wettspringen und Schauspringen!”. Der 10- km-Langlauf
hatte folgendes Ergebnis: 1. Rudolf Nake, 2. Franz Goldberger, 3. Gustav Karnagel, alle drei bekannte sächsische Bergsteiger.
Als im April 1907 die ÖTZ den überaus erfolgreichen
Jahresbericht der Sektion Dresden veröffentlichte, lag der Erstbegeher, Gründer und
erste Vorsitzender der Sektion, Hugo Kurze, schwer krank darnieder. Im Bericht hieß es: „Infolge neuerlichen Zuwachses an Mitgliedern steht
die Sektion ,Dresden’ nun an Mitgliederzahl allen anderen Klubsektionen voran”, was nichts anderes hieß, als dass die Sektion mit rund 1.000 Mitgliedern die größte im gesamten ÖTK war. Das war zutiefst dem unermüdlichen Wirken von Hugo Kurze mit zu verdanken.
Als Hugo Kurze am 18. April 1907 verstarb, verloren die sächsischen Bergsteiger einen weit blickenden Vereinsvorsitzenden, dem es gelungen war, eine große Anzahl Dresdner Kletterklubs und fast alle namhaften Bergsteiger von Albert Kunze bis Rudolf Fehrmann in seinen Reihen zu vereinen. An der Beisetzung Hugo Kurzes nahmen vom Wiener Vorstand des ÖTK dessen Vizepräsident Franz Eduard Matras sowie die Herren
Karl Rint und Othmar Steudner teil. Der sächsische König übermittelt seine Anteilnahme.
Wenige Tage darauf veranstaltete die Sektion Dresden des ÖTK eine Gedächtnisfeier für ihren verstorbenen Vorsitzenden. Die Einweihung
„seiner“ Alpenhütte bei Cortina konnte er nicht mehr miterleben.
Der bekannte Erstbegeher Hans „Sepp“
Baumgart schrieb Jahrzehnte später in seinen Aufzeichnungen: „Der 1. Vorsitzende des
ÖTK, Hugo Kurze, hatte mich Anfang 1906
auf die Niedergrunder Nonne aufmerksam gemacht, die noch ,zu machen’ sei. Zu Ehren
Hugo Kurzes taufte ich den Felsen ,Kurze
Turm’. Der Name hat sich aber nicht durchgesetzt, und so blieb es eben bei der Nonne.“
(Chronik Sächsische Bergsteigergeschichte,
Band I, Fritz Petzold, Dresden 1965)
Ohne zu übertreiben kann man feststellen,
dass Hugo Kurze und die Sektion Dresden des ÖTK in der frühen Dresdner Vereins- und
Bergsteigergeschichte einen herausragenden
Platz einnahmen und dass diese Sektion ein maßgeblicher Vorläufer für den im
März 1911 gebildeten Sächsischen Bergsteigerbund
darstellte. In der 250-seitigen Festschrift „100 Jahre ÖTK“ aus dem Jahre 1969 wird mit
keiner Zeile dem über 40-jährigen Schaffen der einstmals größten ÖTK-Sektion Dresden (1901 - 1945) gedacht. Eine, in einer großen Gemeinschaftsarbeit im Jahr 2001 erstellte „Geschichte der Sektion Dresden des ÖTK“ liegt bisher nur im Manuskript vor. Im Wissenschaftlichen Alpenvereinsheft Nr. 40 („Zur Arbeit und zum Nachkriegsschicksal der sechs Dresdner sowie weiterer sächsischer Alpenvereinssektionen“) bietet Dr. Wolfgang Bagger mit seinem Beitrag zum ÖTK einen interessanten Einblick in das Wirken dieser zeitweiligen Alpenvereinssektion.

Quelle: Mitteilungsblatt des SBB 2007 Nr.4 -
Joachim Schindler

 
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