- www.barbarine.de

Suche auf Seite
Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Die Babarine > Die Alten vom Berg > J - W

Hofrat Dr. jur. et phil. Heinrich Rohn (1871 - 1929)

Aus einer Gedenkschrift
von Dr. Carl Pusch aus Innsbruck im November 1931 verfaßte und die
unter 2/A/3679 bei der Sächsischen Landesbibliothek hinterlegt ist. Aus ihr sei
zitiert.

„Rohn war ein selten begabter, äußerst befähigter, strebsamer Mann, der jede Stelle, die er im Leben bekleidete, voll und ganz ausfüllte. Im Jahr 1902 kam Rohn nach Tirol, worauf er ein Vierteljahrhundert in der Vollkraft seines Lebens sich dem Fremdenverkehr des Landes Tirol und damit der Hebung des Wohlstandes Tirols und seiner Bewohner mit unermüdlicher, zäher und zielbewußter Arbeit in selbstloser und ersprießlichster Weise widmete.“ Heinrich Rohn wurde am 1. November 1871 „zu Friedland, der alten Wallensteinstadt“ geboren. „Armut und Sorge standen an seiner Wiege als Pate.“ Er bestand 1890 seine Reifeprüfung am Gymnasium in Reichenberg mit „sehr gutem Erfolg“ und ließ sich an der medizinischen Fakultät der k.k. Deutschen Karl-Ferdinands-Universität zu Prag „inskribieren“. Rohn war beim Universitätsgesangverein Liedertafel aktiv. „Die nationalen Kämpfe, deren Kampfruf schon damals die Hallen der alten Prager Carolina durchbrauste und an deren Spitze die ,blauen Liedertäfler’ standen, mögen wohl nicht ohne Einfluß für das künftige Leben Rohns gewesen sein“ (ob er ein „Bergfink“ geworden wäre?). Nach Abbruch des Medizinstudiums widmet er sich philosophischen Studien und wendet sich dem Zeitungsfache zu. Er wird Redakteur beim „Teplitzer Anzeiger“, bei der „Tetschen-Bodenbacher-Zeitung“ und politischer Redakteur bei der damals in ganz Österreich gerne gelesenen und angesehenen „Reichenberger Zeitung“.
                                                                           

Nun das uns besonders interessierende Zitat:

„In jene Zeit fällt eine an und für sich nebensächliche sportliche Betätigung Rohns, die ich jedoch nicht unerwähnt lassen möchte. Bei Bad Schandau in Sachsen, in der Böhmisch-Sächsischen Schweiz, gibt es eine kleine Bergwelt, Dolomiten im Kleinen, deren Zacken und Türme, Spitzen und Kamine die Kletterer im eifrigsten Wettbewerb zur Bezwingung der bizarren Felsgestalten anregten. Auch Rohn bezwang als erster zwei solche Spitzen, die heute noch die Rohnspitzen heißen und nach denen sich, lange nachdem Rohn seine Heimat verlassen hatte, der ,Verein der Rohnspitzler’ gründete. Anläßlich ihres zehnten Stiftungsfestes im Jahre 1914 ernannten sie Rohn zu ihrem Ehrenmitglied.  “ Rohn heiratete im Juni 1900 eine Ella Mitter, Tochter eines Großkaufmanns, und ging 1902 nach Innsbruck zum „Tiroler Tagblatt“. Hier setzte er seine Studien fort und wurde 1904 zum „Doctor philosophie“ promoviert. Für Dr. Rohn beginnt nun in Innsbruck ein neuer „Lebensabschnitt, der sein Lebenswerk krönt“. Er übernimmt die Stelle eines Sekretärs des Landesverbandes für Fremdenverkehr in Tirol. Nun erfolgt in der genannten Schrift eine Würdigung der Verdienste Rohns für den Fremdenverkehr in Tirol. Er machte sich um Eisenbahnverbindungen als auch den Ausbau der Fernstraßen verdient. 1914 rüstete das Land zu einer „hoffnungsvollen Sommersaison, der König von Sachsen hatte bereits seine Sommerfrische in Seis am Schlern bezogen … da knallten die Schüsse von Sarajevo … die Kriegsfurie brauste durch Europa und der k. k. Militärverpflegungsakzessist der Reserve Dr. Heinrich Rohn wurde zur Kriegsdienstleistung zum Militärverpflegungsmagazin Franzensfeste einberufen“. 1920 wurde ein Gesetzentwurf Rohns zur Gründung eines Landesverkehrsamtes vom Land Tirol angenommen. Dies „war vielleicht die größte Tat Rohns“. Nach der uns vorliegenden Schrift hat er auch gezielt damit begonnen, Propaganda für Kurorte und Gaststätten in Form von Prospekten und Skikarten für den Wintersport zu machen. 1928 wurde er in Würdigung seiner Verdienste zum Hofrat ernannt. Rohn liegt auf dem städtischen Friedhof in Innsbruck begraben, eine ruhende Frauengestalt ziert den Grabstein.

 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü