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Die Babarine > Sächsische Schweiz



Mit der Erschließung der Sächsischen Schweiz, zog es auch sofort Künstler in das wildromantische Felsengebirge. Die Landschaft, diente den Künstlern sowohl als Vorlage für Ihr bildnerisches Schaffen, als auch als Inspiration für musisches Schaffen.
Bis in die heutigen Tage beeinflusst die Sächsische Schweiz das künstlerische Schaffen. Selbst Hollywood nutzt, neben dem deutschen Film, gern die wildromantische Natur für Filmaufnahmen.
Ein kleiner Auszug möge hier für diese Künstler stehen.

Adrian Zingg (1734 - 1816) - Schweizer Zeichner und Kupferstecher

Er kam mit seinem Freund Anton Graff (1736 - 1813) - Schweizer Porträtmaler - 1766 an die Dresdner Kunstakademie des Sächsischen  Königs. Seitdem wanderten sie auf uralten Wegen durch das Elbsandsteingebirge zwischen Pirna und Herrnskretschen, manchmal wochenlang. Sie fanden eine Landschaft, die sie an ihre Heimat im schweizerischen Kanton Jura erinnerte und mit dem Zusammenspiel aus wilder Natur, Feldern, Wiesen und Ortschaften faszinierte. Zingg hat mit seinen Zeichnungen, Studienblättern und Stichen diese Landschaft als Naturschönheit bekannt gemacht und damit einen Wandel in der Betrachtung des Elbsandsteingebirges ausgelöst. So fühlte sich u.a. sein Schüler Caspar David Friedrich veranlaßt, diese schöne Gegend selbst aufzusuchen. Vermutlich begegnete Zingg in Hohnstein Wilhelm Leberecht Götzinger und ließ sich von diesem zu außergewöhnlichen Wanderungen und Motiven inspirieren. Es ranken sich Legenden, daß A. Zingg und A. Graff selbst den Namen "Sächsische Schweiz" geprägt haben sollen, die aber durch nichts belegt sind, wahrscheinlicher kommt die Bezeichnung aus dem künstlerischen Umfeld Adrian Zinggs. Kupferstiche von A. Zingg sind z.B. "Basteiaussicht", "Im Liebethaler Grund" und "Blick durch ein Felsentor auf Schloß Hohnstein".

Bernardo Bellotto, genannt Canaletto, (1722, nach anderen Quellen 1721  - 1780)


Canaletto
ein venezianischer Maler, der für seine realistischen Veduten europäischer Städte, insbesondere Dresden, Wien, Turin und Warschau.
bekannt ist.
Dresden, in dem sich der 25-jährige Maler 1747 niederließ, war damals nicht nur die Hauptstadt des Kurfürstentums Sachsen, sondern in Person des Kurfürsten Friedrich August II. auch Residenz des polnischen Königs (als August III.) Fünf Veduten der Festung Königstein im Elbsandsteingebirge konnte Bellotto nur nach 1755/1756 entstandenen Zeichnungen in den Jahren 1757/58 vollenden. 1756 begann der Siebenjährige Krieg und Pirna und Königstein waren Hauptkampfgebiete.


Carl Heinrich Nicolai (1739 - 1823) - Lehrer und Pastor


Er wurde als Schuhmacherssohn in Berlin geboren, seit 1764 war er dann in Dresden als Lehrer tätig.  Ab 1797, nach dem Tod seiner ersten Frau, arbeitete er als Pastor in Lohmen. In der Nähe der "Bastei" lebend, begeisterte er sich schnell für die Sächsische Schweiz und war von deren Schönheit fasziniert. Er war ein passionierter Wanderer und bald auch ein gefragter Wanderführer. Er führte von Lohmen aus viele Reisende persönlich durch die Gegend. 1801 gab er den "Wegweiser durch die Sächsische Schweiz" heraus - einen kurzen praktischen Wegführer, der in fünf Auflagen erschien und 1990 nochmals aufgelegt wurde. Dieser Wanderführer beschrieb bereits großenteils die Route, die später als "Malerweg" bekannt wurde, überwiegend vorhandene alte Wege.  Eine Sandstein-Inschrift aus dem Jahre 1834 neben der "Basteibrücke" erinnert an sein und W. L. Götzingers Wirken für den Fremdenverkehr und die touristische Erschließung der Sächsischen Schweiz. Sein Grab befindet sich auf dem Lohmener Friedhof.

Wilhelm Leberecht Götzinger (1758 - 1818) - Pastor und Autor


Er war Sohn eines Pfarrers und wurde in Struppen geboren. Götzinger erhielt eine überdurchschnittliche intellektuelle und naturwissenschaftliche Bildung und studierte 1766 - 1780 in Wittenberg Theologie. Er war immer ein vielseitig interessierter Naturliebhaber und blieb zeitlebens der Sächsischen Schweiz eng verbunden. Bereits als Kind fühlte er sich im Diebskeller am Kleinen Bärenstein heimisch, hier begann wahrscheinlich Götzingers Landschaftsliebe. Heute wird diese Höhle auch Götzingerhöhle genannt. Er durchwanderte die Sächsische Schweiz umfassend und auch auf Routen, die weit abseits der damals gängigen Wanderwege lagen. Götzinger verfaßte 1786 die "Geschichte und Beschreibung des Cursächsischen Amtes Hohnstein mit Lohmen". 1804 erschien dann "Schandau und seine Umgebungen oder Beschreibung der so genannten Sächsischen Schweiz", die seinerzeit umfangreichste Landschaftsbeschreibung und gleichzeitig der sorgfältigste Fremdenführer. Diesem Buch fügte er auch eine selbst entworfene Reisekarte bei, die die beste während der Zeit der touristischen Erschließung der Sächsischen Schweiz war. 1812 erschien dann die zweite überarbeitete Auflage des Buches. Götzinger löste mit seinem Buch einen wahren "Reiseboom" in die Sächsische Schweiz aus. Besonders die Maler dieser Zeit nahmen die Inspiration durch Götzinger auf und wanderten vielfach auf den Götzinger´schen Routen durch die Sächsische Schweiz. Somit ist wohl Götzinger der eigentliche Erfinder des "Malerweges". Dem bedeutenden Wirken Götzingers ist u.a. die bereits oben bei Carl Heinrich Nicolai genannte Sandstein-Inschrift neben der "Basteibrücke" gewidmet und auch in der Diebshöhle (der frühere Diebskeller) am Kleinen Bärenstein befindet sich eine Gedenktafel (diese Höhle ist auch als Götzingerhöhle bekannt). Sein Buch "Schandau und seine Umgebungen oder Beschreibung der so genannten Sächsischen Schweiz" ist inzwischen eine bibliophile und immer wieder lesenswerte Kostbarkeit und wurde 1991 vom Verlag der Kunst in Dresden wieder aufgelegt.

Johann Philipp Veith (1768 - 1837) - Maler und Kupferstecher


Er ist geborener Dresdner, jedoch aus sehr bescheidenen Verhältnissen. Es gelang ihm, gelegentlich Zeichenstunden zu nehmen und über seinen Zeichenlehrer bekam es Zugang zur Dresdner Kunstakademie. Er lernte Zeichnen und Kupferstechen bei Adrian Zingg, im Alter von 22 Jahren konnte J. P. Veith endlich langsam als selbständiger Künstler in der Dresdner Szene Fuß fassen. Er verschrieb sich der Landschaftsdarstellung und ab 1792 begab er sich gemeinsam mit seinem Freund K. A. Engelhard auf Wandertouren durch die Sächsische Schweiz. In den "Mahlerischen Wanderungen durch Sachsen" hielt J. P. Veith die Eindrücke in Kupferstichen fest. Später lernte er C. D. Friedrich kennen und wohnte auch teilweise mit ihm zusammen. 1817 wurde J. P. Veith Mitglied der Dresdner Akademie und 1833 Professor. Bekannte Stiche sind z. B. "Königstein und Lilienstein", "Kuhstall" und "Schloß Hohnstein".

Caspar David Friedrich (1774 - 1840) - Maler


Er wohnte seit 1799 in Dresden und wurde sehr wahrscheinlich durch Adrian Zingg und Johann Philipp Veith auf die Sächsische Schweiz aufmerksam. Er besuchte fast jährlich das Elbsandsteingebirge. Einmal blieb er eine Woche allein im Uttewalder Grund, um das Schauspiel der Dämmerung zu studieren. Er hat alle bedeutenden Motive entlang der "Malerstraße" gezeichnet und gemalt. C. D. Friedrich war ein sehr genauer Naturzeichner, er malte die Natur jedoch nicht einfach ab, sondern inszenierte sie neu im romantischen Stil. Eindrucksvoll sind seine beiden Bilder "Felsenschlucht" 1822 und "Felsenthor" 1828, in denen er die Felsengruppe der "Kleinen Steinschleuder" in zwei ganz unterschiedlichen Spannungen malte. C.D. Friedrich verweilte auch längere Zeit im Krippener Gebiet. Dort zeichnete er viel und verwendete die am Fuß der Kaiserkrone gemachten Skizzen für seinen "Wanderer im Nebelmeer". Eines der bedeutenden Ölgemälde ist auch "Ausblick ins Elbtal" um 1807. C. D. Friedrich verstarb mit 65 Jahren und wurde 1840 auf dem Trinitatisfriedhof in Dresden beigesetzt.

Heinrich von Kleist 1777-1811


Bernd Heinrich Wilhelm von Kleist war ein deutscher Dramatiker, Erzähler, Lyriker und Publizist. Kleist stand als „Außenseiter im literarischen Leben seiner Zeit  jenseits der etablierten Lager“
Heinrich von Kleist erinnert sich 1801 aus Paris an Dresden und das Elbsandsteingebirge:
„Ich sehe die Elbhöhen, die in einiger Entfernung, als ob sie aus Ehrfurcht nicht näher zu rücken wagten, gelagert sind und gleichsam von Bewunderung angewurzelt scheinen - und die Felsen im Hintergrund von Königstein, die wie ein bewegtes Meer von Erde aussehen, und in den schönsten Linien geformt sind, als hätten Engel im Sande gespielt - und die Elbe, die schnell ihr rechtes Ufer verläßt, ihren Liebling Dresden zu küssen ...“

Kleist lebt von 1807 bis 1809 in Dresden. Er verkehrt im Hause Körner, kennt Caspar David Friedrich und Ludwig Tieck, hatte also mancherlei Berührungspunkte zur Sächsischen Schweiz. In sein dichterisches Werk findet sie keinen Einzug.


Carl Maria von Weber (1786 - 1826) - Komponist


Er hielt sich ab 1817 in Dresden auf und wohnte einige Sommer in Hosterwitz bei Pillnitz (heute Weber-Museum). Er schrieb 1821 seinen "Freischütz". Das Vorbild für die Wolfsschluchtszene, den Höhepunkt der Oper, fand er im Elbsandstein am Neurathener Felstor und der Martertelle. Das intensive Naturgefühl drückte er in ebensolchen Klanginszenierungen aus. Am 05.06.1826 verstarb C. M. v. Weber in London, wo er sich in den Sommermonaten aufhielt, um u.a. am "Oberon" zu schreiben. 1844 wurde seine sterblichen Überreste umgebettet und liegen seitdem auf dem Alten Katholischen Friedhof in Dresden-Friedrichstadt.

Johan Christian Clausen Dahl (1788 - 1857) - Maler


Er war norwegischer Landschaftsmaler und kam 1818 nach Dresden. Dort wurde er außerordentlicher Professor und befreundete sich auch mit C. D. Friedrich. Dahl gehörte zu den Maler der Romantik, entwickelte aber einen eher realistischen Stil. Seine naturnahen Bilder wurden z.B. auch für C. G. Carus künstlerisches Vorbild. Dahl reiste oft in die Sächsische Schweiz und zeichnete und malte dort, sehr oft im Liebethaler Grund. Bilder sind z.B. die Zeichnung "Bastei-Aussicht" ca. 1840 und das Gemälde "Mühle im Liebethaler Grund" 1823.

Carl Gustav Carus (1789 - 1869) - Arzt,  Naturforscher, Maler, Philosoph


Seit 1814 in Dresden als Medizin-Professor, gehörte er zu den herausragenden Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts, er war u. a. auch mit Goethe, Humboldt und Tieck bekannt. C. G. Carus zeichnet seit seiner Kindheit und erhielt von seinem Hauslehrer Zeichenunterricht. Die Ölmalerei brachte er sich autodidaktisch bei, in späteren Jahren entdeckte er die großformatige Kohlezeichnung als eigenständiges künstlerische Ausdrucksform. Er malte und zeichnete viel im Elbsandsteingebirge, besonders liebte er die Gegend um die Bastei. Carus war von der Landschaft so begeistert, daß er dort auch mehrfach übernachtete, um die Wirkung des Mondlichtes auf die Felsen zu studieren. C. D. Friedrich war sein Freund und lebenslang sein künstlerisches Vorbild, auch wenn die Freundschaft später auseinander ging. Oft reisten beide gemeinsam in die Sächsische Schweiz und zeichneten und malten die selben Motive. Daher ist es bis heute z.T. schwer, Bilder und Zeichnungen der beiden eindeutig zuzuordnen. Aquarellierte Zeichnungen sind z.B. "Felsen in der Sächsischen Schweiz mit Blick ins Elbtal" 1827, auf der er den Wartturm darstellt, und "Blick zur Kleinen Gans" 1827. Das Gemälde "Erinnerung an die Eigentümlichkeit des Sandsteingebirges oder der sog. Sächsischen Schweiz" schenkte er 1823 Johann Wolfgang von Goethe. C.G. Carus war Leibarzt des sächsischen Königs seit 1827. Er wurde 1869 auf dem Trinitatusfriedhof in Dresden beigesetzt.

Theodor Körner 1791-1813

Theodor Körner war ein deutscher Dichter und Dramatiker. Berühmt wurde er durch seine Dramen für das Wiener Burgtheater und besonders durch seine Lieder im Freiheitskampf gegen die napoleonische Fremdherrschaft.
Der fünfzehnjährige Theodor Körner notiert 1806 sachlich ins Tagebuch
„Große Höhle. Wochenbett. Schöne Aussicht nach Böhmen. Durch die Schlucht hinauf. Zisterne. Durch die andere Schlucht hinunter ins Pfaffenloch. Affenstein. Schwedenloch. Räuberloch. Durch das Nadelloch herunter. In Habichts Grund. Schöner Anblick des Kuhstalls. Nach der Haidemühle, durch den Kirnitzschgrund zurück. 5 Stunden.“
Später schreibt Körner „Die Reise nach Schandau“, ein rührende Liebesgeschichte, in der die Landschaft allenfalls die romantische Kullisse für die inneren Seelenzustände bietet. Eingeprägt hat sich des Freiheistdichters Ausspruch über Schandau als „einem Kraft- und Prachtplatz der Natur“.


Ernst Ferdinand Oehme (1797 - 1855) - Maler


Er wurde in Dresden geboren und begann seine Künstlerlaufbahn als Autodidakt. Seit 1819 war er an der Dresdner Kunstakademie und wurde dort Schüler von Johan Christian Clausen Dahl. Er war mit Ludwig Richter befreundet und lernte auch Caspar David Friedrich näher kennen. Oehme widmete sich dem Naturstudium und zeichnete und malte hauptsächlich in Dresdens Umgebung und der Sächsischen Schweiz. Er gehört zu den bedeutendsten Vertretern der Dresdner Landschaftsmalerei in der 1. Hälfte des 19. Jh. In seinen späteren Schaffensjahren ab 1830 löste sich Oehme von der romantischen Malerei nach dem Vorbild C. D. Friedrichs und malte realistischer und weniger symbolhaft. Bilder sind z.B. die Gemälde "Waldinneres" 1822, "Burg Hohnstein in der Sächsischen Schweiz" 1827 und die aquarellierten Zeichnungen "Dittersbacher Tal" 1830, "Blick auf die Sächsische Schweiz" 1840.

Adrian Ludwig Richter (1803 - 1884) - Maler und Kupferstecher


Er gehörte zu den romantischen Malern und zeichnete bereits mit 15 Jahren in der einzigartigen Landschaft. Er war fasziniert von der Schönheit des Elbtales und nutzte besonders die Blicke vom Schiff aus für seine Arbeiten. Bekanntes Bild ist die "Überfahrt über die Elbe am Schreckenstein". Auch  L. Richter bildete 1821 die Felsgruppe an der "Kleinen Steinschleuder" in seinem Kupferstich "Neurathener Felsenthor" ab, die sich grundlegend von den beiden Darstellungen des C. D. Friedrich unterscheidet. Ludwig Richter wurde bereits zu Lebzeiten sehr geschätzt und geehrt. So ist er auch auf dem berühmten "Fürstenzug" in Dresden abgebildet.

Hans Christian Andersen (1805-1875)

Hans Christian Andersen ist der wohl berühmteste Dichter und Schriftsteller Dänemarks

Andersen - Tagebuchauszug (1831)
"Dienstag, den 7. Juni (Lohmen) standen wir um 3 Uhr auf, es war ein grausam kurzes Bett; draußen regnete es….
Auf der Bastei war noch Nebel, doch das Tal in der Tiefe war ganz klar und grün…
Wir gingen mit mehreren anderen Reisenden auf Gebirgswegen zu einem Wasserfall, der über eine Felsenkluft brauste


Carl Robert Kummer (1810 - 1889) - Landschaftsmaler


Er war geborener Dresdner und studierte 1826 - 1829 an der Dresdner Akademie bei C. A. Richter, dem Vater Ludwig Richters. Ab 1829 arbeitete Kummer dann im Atelier von Johan Christian Clausen Dahl. Kummers Maltechnik stand hauptsächlich unter dem Dahl´schen Einfluß zwischen Romantik und Realismus. Er wurde zu einem der bedeutendsten Künstler der sogenannten zweiten Romantikergeneration, 1848 wurde Kummer Ehrenmitglied der Dresdner Akademie. Studienreisen führten Kummer in etliche Länder, besonders in seinen jungen Jahren malte er auch oft in der Sächsischen Schweiz, es entstanden Ölbilder und Bleistift- und Federzeichnungen. Werke sind z.B. das Ölbild "Zwei Wanderer im Elbsandsteingebirge" 1827, das den Blick vom Brand in Richtung Wehlen mit Gamrig, Bärensteinen, Rauenstein und Weißen Brüchen. Bekannt sind auch die Ölstudie "Blick auf die Elbe bei Rathen" ca. 1837 und die Radierung "Blick vom Kleinen Bärenstein" ca. 1830.

Richard Wagner (1813 - 1883) - Komponist


Er übersiedelte 1814 nach Dresden. Als Erwachsener hatte er ein Sommerhaus in Graupa gemietet und erlebte im Liebethaler Grund ein intensiven Naturklang und war fasziniert vom tosenden Wildbach. In der Lochmühle entwarf er 1845 seinen "Lohengrin". Heute steht dort das Richard-Wagner-Denkmal.

Hermann Krone (1827 - 1916) - Professor und Fotograf


Er absolvierte eine Lehre als Lithograf und studierte ab 1849 an der Dresdener Kunstakademie, u.a. auch bei Ludwig Richter. Er war einer der bekanntesten Fotografen seiner Zeit und gilt als fotografischer Erschließer der Sächsischen Schweiz, er war Vorsitzender des "Gebirgsvereins für die Sächsisch-Böhmische Schweiz". 1853 begann er mit ersten Landschaftsaufnahmen in der Sächsischen Schweiz, bei denen er Plattenkamera und mobile Dunkelkammer mittels Leiterwagen bei sich führte. Die Fotoserie wurde 1853 in seiner "Photografischen Landschaftstour durch die Sächsische Schweiz" veröffentlicht, neben der "Basteibrücke" erinnert eine Gedenk-Inschrift an seine Arbeit. 1907 wurde H. Krone in Würdigung seiner Leistungen zum Hofrat ernannt.

Robert Hermann Sterl (1867 - 1932) - Maler


Er lebte in Dresden und zählt zu den bedeutendsten Vertretern des deutschen Impressionismus. Er studierte von 1881 bis 1891 an der Königlichen Akademie der bildenden Künste in Dresden und wurde 1906 zum Professor ernannt. 1896 bereits eröffnete er eine private Malschule für Damen, die bis 1904 existierte. Von 1913 bis 1930 war R. Sterl Mitglied der Dresdner Galeriekommission, 1927 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Universität Leipzig. R. Sterl hatte stets eine besondere Beziehung zum Elbsandsteingebirge. Von 1892 bis in die 1920er Jahre malte und zeichnete er regelmäßig in der Sächsischen Schweiz. Seine authentischen Darstellungen der Steinbrüche und der Arbeit der Steinbrecher sind ein beeindruckendes Zeitzeugnis. Gemälde sind z.B. "Elbebagger" 1905, "Die Steineklopferin" 1907, "Steinbrecher" 1909 und "Sonniger Steinbruch" 1910. Sein von ihm 1919 erworbenes Wohnhaus in Naundorf ist heute das "Robert-Sterl-Haus" und zeigt als Museum den künstlerischen Nachlaß Sterls.

Bruno Barthel (1885 - 1956) - Mundartdichter und Heimatforscher


Als Sohn eines Sandsteinbrechers in Lohmen geboren, war er zeitlebens in der Gegend von Lohmen, Uttewalde und Wehlen zuhause. Er lernte selbst den Beruf des Steinbrechers und widmete sich mehr und mehr der Mundartdichtung und der Botanik. 1955 erschien sein Buch "Im di Bastei rim", mit dem er ein Heimatwerk über die Sächsische Schweiz abseits der üblichen Wanderstraßen schaffen wollte. Erst 1959 wurde sein volkskundlicher Beitrag "Von den Steinbrechern im Elbsandsteingebirge" veröffentlicht. Heute trägt der Wanderweg "Rathewalde - Basteistraße - Uttewalder Grund" seinen Namen.

Walter Hahn (1889 - 1969) - Fotograf


In Berlin geboren, wohnte er seit 1898 in Dresden. Er war gelernter Litograph und begann bereits während seiner Lehre 1904 mit dem Fotografieren. Er war sehr eng mit der Sächsischen Schweiz verbunden und ging auch selbst leidenschaftlich gern klettern. Zum Fotografieren nahm er meist mehrere kleinere Kameras und eine schwere Plattenkamera mit, die er allesamt auf die Felsen hochschleppte. Berühmt wurde er durch seine hochwertigen Landschafts- und Bergsteigerfotografien. Er fotografierte Kletterer oft auch bei schwierigen Erstbegehungen neuer Kletterwege. 1905 begann er, seine Kletter- und Felsaufnahmen zum Verkauf anzubieten und hatte damit so viel Erfolg, daß er das Fotografieren zu seinem Beruf machte. Berühmt wurden seine Ansichtskarten, die "Hahnpostkarten", seine erste Postkarte erschien 1906. W. Hahn bannte die Sächsische Schweiz im Laufe von drei Jahrzehnten auf über zweitausend Fotografien. 2009 erschien beim Verlag Lehmstdt ein wunderbarer Bildband mit seinen besten Sächsische-Schweiz-Fotografien der Jahre 1911 - 1938. Mitte der 20er Jahre entdeckte W. Hahn auch die Luftbildfotografie für sich. Etwa 15.000 seiner Glasplattennegative werden heute in der Sächsischen Landesbibliothek in Dresden verwaltet.


Hermann Joachim Lemme (1903 Dresden - 1989 Dresden)

Durch die Veröffentlichung zahlreicher Reiseführer zur Sächsischen Schweiz ist Lemmes Name untrennbar mit dem weiteren Ausbau dieser Region als Wandergebiet im 20. Jahrhundert verbunden. – Während der Ausbildung am Freiherrlich von Fletscherschen Lehrerseminar in Dresden (1916-1923) schloss sich Lemme einer Wandergruppe an und lernte die Sächsische Schweiz kennen. Durch die erste Anstellung in Altendorf bei Bad Schandau konnte er das Interesse an der Natur weiter vertiefen, das auch nach dem Umzug nach Dresden 1930 erhalten blieb. Bis zu seiner Pensionierung 1976 arbeitete Lemme an der 76. Grundschule in Dresden-Briesnitz, unterbrochen nur durch den Militärdienst in der Ukraine während des Zweiten Weltkriegs. – Neben der Mitarbeit in verschiedenen Organisationen wie dem Arbeitskreis Sächsische Schweiz in der Geographischen Gesellschaft der DDR und dem Deutschen Verband für Wandern, Bergsteigen und Orientierungslauf der DDR hielt Lemme Vorträge und schulte Heimatkundelehrer und Reiseleiter. Er publizierte Wander- und Reiseführer zur Sächsischen Schweiz, beschäftigte sich aber auch mit Geologie, Botanik und der Geschichte der Region. Kürzere Beiträge, meist Wandervorschläge, erschienen in regionalen Tageszeitungen, den „Sächsischen Heimatblättern“, in „Über Berg und Tal“ und „Wandern und Bergsteigen“.

(PS: In Dankbarbeit meinem Lehrer,
an der 76. Grundschule in Dresden-Briesnitz  - (Dago) Dankwart Medger)


Irmgard Uhlig (1910 -2011) - Pädagogin und Malerin


Sie studierte 1930 - 33 in Dresden Pädagogik und unterrichtete seit 1933 an 32 Schulen in der Dresdner Umgebung. 1945 wurde sie vom Schuldienst entlassen, seit 1946 ist I. Uhlig freischaffende Malerin. Sie ist die bedeutendste zeitgenössische Malerin der Sächsischen Schweiz und schuf unzählige Aquarelle, in denen sie die Schönheiten der Landschaft interpretiert. Als Bergliebhaberin hat sie eine große Verbundenheit mit der Sächsischen Schweiz und ging seit ihrer Jugend auch Klettern. Das ermöglichte ihr Motive, die anderen Malern verschlossen blieben. Mit zunehmenden Lebensalter ging es I. Uhlig nicht mehr um die Entdeckung neuer Motive, sondern mehr um die Variationen der besten Motive. Noch mit 90 Jahren bestieg sie mit einer Freundin den Plattenstein, um ihr Lieblingsmotiv, die Gans, zu malen. Eine ständige Ausstellung ihrer Bilder ist in Dresden-Mitte im Bergsportladen "Gipfelgrat" zu sehen. Seit 2003 war I. Uhlig Ehrenmitglied im Sächsischen Bergsteigerbund SBB. Im Alter von 100 Jahren verstarb sie am 17.08.2011 und wurde auf dem Stephanusfriedhof in Dresden-Kleinzschachwitz beigesetzt.

Alfred Neugebauer (1914 - 2006) - Steindrucker und archäologischer Forscher


In Dresden geboren, ging der gelernte Steindrucker schon frühzeitig in die Sächsische Schweiz zum Klettern. Und ebenso frühzeitig begeisterte er sich für die Geschichte seiner Heimat. Schon 1929 grub er an der Felsburg Neurathen Alltags-Gegenstände aus und 1932/33 nahm er an offiziellen Ausgrabungen der Burganlage teil. So konnte nachgewiesen werden, daß "die Felsenburg einst eine Wohnburg war, die mehreren Belagerungen standhielt". Alfred Neugebauer war 1967 führend bei der Freilegung einer bronzezeitlichen Wasserstelle auf dem Pfaffenstein und hat auch in der Vergangenheit des Wildensteins, des Hocksteins und des Friensteins "gegraben". Er veröffentlichte die Ergebnisse und Erkenntnisse seiner Grabungen in etlichen, bis heute geschätzten, Publikationen. Von 1979 bis 1984 widmete er sich wieder intensiv den Grabungen auf der Felsburg Neurathen. Alfred Neugebauer war Ehrenmitglied des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz und seit 2002 auch des Sächsischen Bergsteigerbundes. Nach seinem Tod wurde er im August 2006 auf dem Alten Annenfriedhof in Dresden beigesetzt und am 18.07.2009 wurde am Pfaffensteinaufstieg in unmittelbarer Nähe des bronzezeitlichen Walles eine Erinnerungstafel für Alfred Neugebauer eingeweiht.  

Jochen Fiedler (1962 geboren) – Maler


Er wurde in Dresden geboren und beschäftigte sich schon früh mit der Malerei. Durch Zeichenzirkel und Abendstudium künstlerisch vorgebildet, studierte es 1983 – 1988 Malerei an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden, 1988 wurde er Meisterschüler bei Prof. Gerhard Kettner. Seit 1989 arbeitet J. Fiedler freiberuflich als Künstler in Dresden und der Sächsischen Schweiz, wo er viele Motive findet, die er überwiegend in Öl, Aquarell und Pastell gestaltet. Sein Malstil scheint post-impressionistisch beeinflußt und schafft besonders in der Pastelltechnik starke Landschaftsansichten. Ölbilder sind z.B. „November am Brand, „Oberes Polenztal“, Aquarelle sind z.B. "Abendlicht auf Postelwitzer Steinbrüchen", "Bäume vor Felsen", Pastelle sind z.B. "Felsen am Basteimassiv", "Winter im Polenztal", "Hohnstein", "Altes Haus im Polenztal" und "Felsen am Fluß"


(Dago)







 
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