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Erhard > Meine Bergfreunde


Unserem Bergfreund Jochen Hauer zum Gedenken

 

    
Zum 2-Jahres-Gedenken erinnern wir uns an unseren Bergfreund Jochen Hauer, geboren am 8. März 1931, gestorben am 13. Februar 2014.
Zu seiner Zeit war Jochen der wohl erfolgreichste Leipziger Alpinist.

In seinem umfangreichen Bergfahrtenbuch findet man ihn als Schneetiger, als Besteiger aller drei Siebentausender des Pamir: 1970 den Pik Lenin, 7134m, 1976 den Pik Kommunismus (jetzt Pik Ismoil Somoni) 7495m und 1977 den Pik Korshenewskaja 7105m, danach folgte der Pik Garmo 6595m im selben Jahr. Höhere Berge gab es damals nicht! Außerdem steht darin die Überschreitung der Uschba, 4734m, das Matterhorn des Kaukasus. Es war die erste deutsche Nachkriegstraverse. Und viele schöne und schwere Besteigungen, auch in den heimatlichen Bergen, u.a. 1961 die erste Begehung des Basteiturm, Neuer Talweg VIIb.

Einige Bergfreunde verdanken seinem Wissen und Können im Bergrettungsdienst das Zurück ins Leben. So auch 1968 in Bulgarien, Rilagebirge, bei der Rettung eines Leipziger Bergfreundes, der nach einem Sturz unter einem Überhang frei am Seil hing. Dazu aus dem Bericht seines Seilkameraden Peter Renner: "In der Nähe des Unglücksgipfels erreichten die Seilschaft Hauer - Renner die Hilferufe. Ein Bergfreund am Seil hängend unter einem Überhang. Jochen übernimmt sofort das Sagen. Ich werde staunender Schüler. Wir kommen über die Abstiegsroute zum Gipfel, seilen in die Wand bis über den Überhang. Dann treibe ich auf Jochens Anweisung Haken um Haken in den Fels. Über eingehängte Karabiner und den so entstandenen Flaschenzug ziehen wir den Verunglückten in sein Leben zurück...".

Auch sein Bergfreund Erhard Klingner erinnert sich: „Wir waren längere Zeit im Sommer 1978 bei einer Alpinade im mongolischen Altai zusammen und machten in der fünfköpfigen DDR-Mannschaft mehrere Besteigungen in den Bergen. Jochen ist mir als guter und zuverlässiger Bergkamerad in Erinnerung, nicht nur dort, auch im Sächsischen Fels. Ihm habe ich eine ganz frühe Begehung des Illmerweges am Falkenstein zu verdanken. Mitten im ziemlich anstrengenden Ausstiegsschulterriss holte er einen Apfel aus der Tasche und aß ihn auf. Weiß ich noch nach fast 50 Jahren. Eine ähnlich lustige Situation hatten wir auch in der Mongolei. Die Schafe wurden für uns „mongolisch“ geschlachtet. Schlitz in den Bauch, Griff hinein ans Herz, Hauptader abgedrückt und schon wars tot. Zwei Bilder zeigen Jochen beim Eigenversuch. Das schöne Porträt, damals in der Mongolei zeigt ihn ein bisschen, wie er war, klug, verschmitzt und auch lustig. Nie vergesse ich, wie er bei der Abreise mit vielen Murmeltierfellen umwickelt (um sie durch den Zoll zu bringen) als Fellschwein auf allen Vieren durchs Zimmer lief! Davon gibt’s leider keine Bilder. Aber so habe ich ihn auch in Erinnerung."

 

    
Mit Jochen verbinden uns viele gemeinsame Bergfahrten und mehr!
Deine Leipziger Bergfreunde und ein Ex-Leipziger, dein Primusschüler Peter Renner

 
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