- www.barbarine.de

Suche auf Seite
Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Die Babarine > nach 1945 > H - W

Alpinist, Journalist und Bergfilmer.



*
29. Mai 1942    † 30. Juli 2013

Lutz Protze, geboren am 29. Mai 1942, wuchs in Bad Schandau auf und begann als Junge mit dem Klettern im Elbsandstein. Sein erster Gipfel in der Sächsischen Schweiz war der Vordere Torstein, den er als Elfjähriger erklomm.

Aber noch besser als an den Felsen der Sächsischen Schweiz kam er in sauerstoffarmer Höhenluft zurecht. Nicht nur diese Tugend verschaffte ihm einen Stammplatz in der DDR-Alpinistik-Auswahl.Er nahm an Expeditionen in die Gebirge des Ostblocks - Tatra, Kaukasus, Pamir - und zu den höchsten Bergen der Sowjetunion teil (über 7.000 Meter). „Nie wieder war ich so mit der Natur und den Bergen verbunden“, schwärmte Lutz Protze über diese Zeit. „Nie wieder war ich mir unserer eigenen Winzigkeit so bewusst wie im Pamir.“

Der Bergsteiger war außerdem Mitglied des Kletterclubs „Hundskirchler“.

Bereits zu DDR-Zeiten wurden seine Filme im Fernsehen gezeigt, meist in der Weihnachtszeit.

Protze lernte den Beruf eines Schlossers und arbeitete später als Vermessungsingenieur. Anfang der 1960er Jahre versuchte der junge Mann, an der Schwarzmeerküste in Bulgarien in den Westen zu fliehen. Er wurde jedoch gefasst und mit einem Jahr Gefängnis bestraft.

Nach der politischen Wende in der DDR hängte Protze seinen Beruf an den Nagel und machte sich als Reiseleiter, Bergführer, Referent und Autor selbständig. Im Sommer 1990 arbeitete er am K2, konnte ihn aber nicht besteigen. 1992 startete er seine erste Expedition zum Mount Everest, 1996 die zweite. Der Gipfelsieg blieb ihm jedoch beide Male aufgrund von Wetterkapriolen verwehrt. Im Jahr 1993 bestieg Protze den Mount Vinson, den mit 4892 Metern höchsten Berg der Antarktis. 1994 stehen dann Lutz Protze und Thomas Türpe als erste Sachsen im Rahmen einer kommerziell organisierten Cho-Oyu-Expedition am 4. Mai auf dem Gipfel eines 8000ers, des mit 8201m sechsthöchsten Berges der Erde.




Zudem bestieg Protze insgesamt 19 Mal den Kilimandscharo und führte andere Bergsteiger hinauf. Lutz Protze öffnete vielen eine neue Welt mit seinen Angeboten: Nepal, Tibet, Patagonien, Alaska, Neuseeland. „Ich war immer davon überzeugt, dass es was ganz Tolles ist, was ich da treibe. Dieses gute Gefühl wollte ich teilen, auch anderen zukommen lassen.“

Er hielt Vorträge über seine Reisen, drehte weiterhin Filme und schrieb für die Sächsische Zeitung. Für die „Biwak“ Reihe des MDR stand er von Anfang an als Kameramann und kompetenter Beratern an der Seite von Horst Mempel und im weiteren dann auch Torsten Kutschke zur Seite.

Vor Jahren erhielt der stämmigen Alpinisten die Krebs-Diagnose. Die Zeit, die ihm blieb, erlebte er intensiv und bewusst. Und er ging in die Berge. Die gaben ihm Lebensmut. Im Frühjahr war Neuseeland seine letzte große Reise. Alaska sollte folgen, danach der Kili, die 20. Tour. Die Krankheit nahm ihm die Kraft.
Lutz Protze lebte seit 1997 in Lichtenhain in der Sächsischen Schweiz. Er war seit 2000 mit der Malerin Kathrin verheiratet und hat drei Söhne.

Am 30. Juli 2013 erlag Lutz Protze einer Krebserkrankung. Er fand seine letzte Ruhestätte auf dem Friedhof Lichtenhain, gegenüber den Hinteren Schrammsteinen.

 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü