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Mallorca 17.10. bis 24.10.2007 mit Konrad

Episode vorab:
3 Uhr 10 fährt der Flieger. Ich habe am Vorabend beinahe vor Lachen „gestorben“. Wenn das kein guter Anfang einer Woche mit Konrad, 8 Jahre, unser Enkelkind, ist!  Also Konrad am Vorabend 20 Uhr von Ina abgeholt zum Vorschlafen. Ingo soll uns halb 2 Uhr  mit dem Auto abholen und zum Flughafen fahren. Nach 22 Uhr, nach mehreren Einschlafversuchen fragt Konrad nach Ingo. Ich sage noch, schlaf schnell, in 3 Stunden holt er dich ab . Jetzt kommt der Witz des Jahres: Konrad sagt, kann ich da bis dahin noch bei meiner Mutti schlafen!!!? Ich kriege mich die halbe Nacht vor Lachen nicht mehr ein. Der war gut!

Nun wird’s ernst für Konrad, eine längere Zeit ohne Mutti:
Wir landen am Mittwoch, den 17.10. pünktlich nach 2 Stunden 20 Minuten in Palma de Mallorca und sind nach einem längeren Laufbandabenteuer im Flughafengebäude dann per Taxi (wir sind die einzigen Richtung Soller) schon vorfristig im Hotel Eden in Porto de Soller. Aber es empfängt uns Schlechtwetter und Zimmer 109 statt Sonne und Zimmer 422 – 424, das wir bestellt hatten. Trotzdem haben wir uns eingelebt. Schon wegen des herrlichen Buffets früh und abends. Da füllen wir uns voll bis zum Abwinken. Konrads Spezialität ist einseitiges Essen (Ergebnis von Schul- oder Muttiwissen oder Geschmacksfrage, die Antwort blieb offen), wie Brot, Käse, Nudel und abends Eis; zuletzt schaffte er 3 Eisbecher!
Vielleicht ist er Feinschmecker und wir nicht. Einmal haben wir uns in ein Gourmet – Restaurant gewagt. Da hat er auf der 10- seitigen Speisekarte nichts gefunden, aber dann verzweifelt wieder Spaghetti bestellt, aber ohne alles, nur Käse. Nach einiger Zeit kamen die leckersten Spaghetti der Welt ganz leicht gewürzt, es waren ein paar winzige kleine grüne Blättchen zu erkennen. Ehe wir erschrecken konnten, hatte seine Feinschmeckeraugen das Unheil schon entdeckt und er weigerte sich beharrlich, das zu essen, obwohl er sichtbar Hunger hatte, nach der langen Wanderung. Wir waren ratlos, aber er nicht. Nachdem ich ihm den Ratschlag gegeben hatte, sich in der Küche zu beschweren (!), hat er das gemacht. So viel ich weiß, ist die Beschwerde für ihn nicht positiv ausgegangen.
Abenteuerlich war Konrads Gepäck. Außer ein paar wenigen nützlichen Sachen und viel Spielzeug hatte Konrad eine wundersame Schachtel voll DDR – Kleingeld! Vermutlich als Talisman oder als Bleigewicht beim Tauchen oder andere vermutlich viel praktischere Anwendungsmöglichkeiten, die mir in der kurzen Woche nicht einfielen. Vielleicht hat auch seine Mutti gedacht, mit einem schweren Rucksack läuft ihr Kind gerader oder so ähnlich.
Auch sonst barg das Gepäck weitere Geheimnisse. Konrad behauptete gleich nach der Ankunft, dass  seine Mutti alle Socken und Unterwäsche ihm nicht mit gegeben habe. Wir haben daraufhin nicht weiter gesucht. Erhard ließ das sehr kalt, aber Barbara konnte damit schlecht leben und bekam sicher auch deshalb weitere graue Haare. Am letzten Tag fanden wir aber alles in einem Beutel in den Tiefen seiner Tasche. Kann man Kindern einen Wahrheitstester unlösbar am Körper anbringen?
Abenteuer Schiffsfahrt übers offene Mittelmeer:
Einmal überraschte uns der Wind auf dem offenen Meer, bei unserer Bootsfahrt nach La Calobra. Eine dreiviertel Stunde fuhren wir mit dem großen Motorkatamaran zu dieser romantischen und stark touristisch frequentierten Bucht. Der Katamaran fing so stark an zu schaukeln, dass der Kapitän die Fahrt zurücknehmen musste. Und einige Passagiere  die Fische fütterten, auch Konrad. Er gibt nun schöne Fotos mit blasser Gesichtsfarbe von Konrad. Am Strand blühte unser Kind wieder auf, denn es gab riesige Wellen zum Spaß aller. Konrad wurde des öfteren von hohen Wellen ans Land gespült über den steinigen Strand. Das sah manchmal gefährlich aus. Aber das tränenreiche Ende kam unverhofft von einer Feuerqualle. Nun hat Konrad doch noch ein schönes Souvenir an seiner Wade. Jetzt, wo es nicht mehr weh tut, ist er ganz stolz auf seine schwere Verwundung.

Nun ist die Woche rum, wie im Flug, wie vom Mallorca – Wind verweht. Dieser hat zumindest bei uns für einen klaren Kopf gesorgt und Gott sei dank das Meer nicht unnötig abgekühlt. Wir konnten jeden Tag baden. Der Leidtragende war Erhard, ich bleibe sonst nicht länger als nötig, also maximal ein paar Sekunden, im Wasser. Aber dort musste ich es oft länger. Deshalb ist vermutlich meine Erkältung, die ich aus Deutschland mitbrachte, nicht ganz abgeklungen. Manchmal konnte ich mich vor dem Blauwerden schützen, indem ich vom Strand aus Konrad den Ball stundenlang in Form einer Zitrone zuwarf. Konrad indessen war nicht blau- oder totzukriegen. Das widerlegt auch meine These, dass die Dünnen im Wasser Nachteile haben, da die Kälte sofort bis zu den Knochen vordringt. Und Konrad ist das dünnste Lebewesen dieser Welt. Wenn wir am Strand fertig waren, ging Konrad in den Swimmingpool spielen. Der war noch kälter. Aber Wasser ist eben sein Element.

Aber wir hatten auch Pech, wir haben Rosa kennen gelernt. Besser: Konrad hat sie kennen gelernt; Rosa, das das 10 – jährige Mädchen aus Hamburg, lange blonde Haare, lieb und nett und gescheit, wie kein anderes, das ich kenne. Seitdem war Konrad nur noch halb bei uns. Zwangsweise bei uns und in der „Freizeit“ und abends fast bis Mitternacht am Swimmingpool, am Meer, am Spieltisch beim „Mensch ärgere dich nicht!“ und vor allem am Billardtisch! Stundenlang nur Billard, auch mit und ohne Erhard, dessen Taschengeld es war. Und Rosa war der Mittelpunkt, sie wusste und konnte alles besser. Am Ende gab es noch eine Fotosession, Rosa in allen Lagen und ein Versprechen auf ein Wiedersehen zu Ostern 2008 an gleicher Stelle.

Was bleibt von dieser Woche? Sie war im Nu um, wir haben gesoffen und gefressen, gewandert und gebadet, gelesen und Billard gespielt und schon warn die Tage weg wie nischt. Und Erhard war 2 Tage klettern, richtig guter Fels bis 200 m hoch.
Das und vieles andere wollen wir noch gemeinsam nachholen.

24.10.2007, leichte Änderungen im Dezember 2007

Von (Barbara und) Erhard


 
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