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Die Babarine > Die Alten vom Berg > J - W

Oliver Perry-Smith
einer der Altväter des Sächsischen Bergsteigens überhaupt.
Sein exzellentes Kletterkönnen, machte ihn in kurzer Zeit zu einen der,
wen nicht „dem“ besten Felskletterer seiner Zeit.
Oliver Perry Smith, ist auch eine der schrillsten und skurrilsten Gestalltenim sächsischen Fels. Unerschöpflich sind die Anekdoten über i
hn.
11.10.1884  in Philadelphia geboren, kam er 1902 erstmals nach Dresden,
13.05.69 verstarb er in den USA .

Albert Kunze schildert, seine erste Begegnung mit dem Amerikaner bei einer dessen (der?) ersten Klettertouren im Elbsandstein.
...Am ersten Sonntag im Mai 1902 bestieg ich mit einem Freund den Gipfel des Hinteren Gansfelsens. Wir zwei saßen auf dem Gipfel, rauchten unsere Pfeifen und freuten uns über die Schönheit unserer Berge. Kein Gipfel im Umkreis war bestiegen, wir waren die einzigen Kletterer in diesem Gebiet. Plötzlich hörte ich im Kamin, der zu unserem Gipfel führte, ein Scharren, Ächzen, Fluchen und Keuchen. Sehr oft hörte ich das Wort ,,Goddam". Nach kurzer Zeit stieg ein junger Mann aus dem Kamin. Der Angekommene war etwa 18 Jahre alt, trug alpine Nagelschuhe, einen sehr guten englischen Sportanzug und breitkrempigen Hut. Er bat uns, ihn am Seil bei dem Abstieg durch den Gühnekamin mitzunehmen.
Glücklich erreichten wir den Fuß des Felsens. Doch wie sah die schöne Sporthose aus? Der Hosenboden hing in Fetzen herunter, und auch die Unterwäsche war zerrissen. Es war unmöglich, in solch einem Aufzug nach Hause zu gehen, und ich borgte ihm meinen Wettermantel.
Nun begann ein schönes, ungebundenes Bergsteigerleben. Jeden Sonntag fuhren wir in die Berge und immer kehrten wir glücklich und zufrieden heim...
(stark gekürzt) (ungekürzt)

Perry wurde Mitglied im Klub "Schwarzer Kamin" (entgegen dem Namen hatte der sich die Forcierung der schweren Wandkletterei auf die Fahnen geschrieben.)  in dem auch Rudolf Fehrmann war.
Der Ergeiz Perrys mag allerdings bisweilen etwas überentwickelt gewesen sein ;-) so berichtete Johannes Klitzsch mit ihm in der Bloßstockscharte gestanden zu haben und sich lange und intensiv gestritten zu haben, wer den nun den Wenzelweg vorsteigen solle um am Ende gnatzig getrennter Wege zu gehen - ohne geklettert zu sein! Bei seiner Erstbesteigung der Schrammtorwächters komplimentierte er einen, schon auf dem Absatz stehenden, Aspiranten zum Einstieg zurück und während er sonst mit jedem Ring sparte (und Hünig auf dem Bauch von der Jungfer hinunter rutschen ließ um ihm am Ring aufzufangen) setzte er sich beim Sturm auf den Hauptdrilling1908 über die eigenen ethischen Regeln hinweg und  ließ er sich künstlich bauen (unterer Baumann saß fest im Ring).

Über Perry gibt es noch ein ganze Reihe unterhaltsamer Episoden, etwa darüber wie er dem Gendarmen von Schandau den Ofen zerlegte,
über seinen Bugatti Rennwagen oder seine feuchtfröhliche Zweitbegehung des Perryrisses am Dachsenstein …“
Vom Perryriß heißt es, Oliver Perry-Smith hätte ihn, schon reichlich vom Weine fröhlich, noch einmal durchstiegen um Diskussionen um seine Erstbegehung zu beenden. Dabei ritzte er seinen Namen in den Fels. Noch heute sollen die Scherben seiner Weinflasche im Riß zu finden sein“…

Eine wenig bekannte Geschichte, die erst 100 Jahre später im vollen Umfang recherchiert wurde, nahm Pfingsten 1907 Ihren Anfang.
Und sollte zur Rückführung von Perry Oliver Smith nach Amerika führen. mehr lesen

1908 war Perry Oliver Smih jedoch wieder zurück in Europa und letztlich auch in Sachsen.                


Neben der Kletterei war Perry übrigens auch begeisterter und sehr
erfolgreicher Skiläufer und -springer! 1912 gewann er unter anderem
die Österreichischen Meisterschaften im Skispringern.



Im September 1914 verließ Perry mit seiner Familie Deutschland.



1964 - Brief an Franz Goldberger:
... Ich bekomme 80 nächsten Oktober1964. Ich kann noch klettern und Ski fahren.
Bitte gebe meine herzlichen Grüße an Albert Kunze, Toni Hoyer und Walter Hahn...

100 Jahre Bergsteigen im Elbsandsteingebirge 1964:
Fritz Wiessner überbringt Grüße von Perry Oliver Smith
... Grüße alle Bergsteigervielmas. Ich freue mich mit ihnen und bin weiterhin mit ihnen verbunden...


Am 13.05.1969 hängte Perry Oliver Smith nach einem langen Bergsteigerleben sein Bergseil
für immer an den berühmten Nagel.




bedeutende Erstbesteigungen:

Schrammtorwächter (1905, VI)
Lock-Esse (1905, Lammriß VI)

Teufelsturm (1906, VIIb)
Spannagelturm (1906, Perrykante VIIb/VIIc)
Höllenhund (1908, Perry Smith Weg VI)
Falkenstein (1913, Südriss VIIb)
Daxenstein (1913, Klavier VIIa)
Spannagelturm (1906, Perrykante VIIb/VIIc)
Hauptwiesenstein (1913, Perrykante, VIIa)


 
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