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Rudolf Eisenreich  „Bü“
Geboren 07.09.1936 in Dresden
Von Beruf Schlosser

Bü, gehört wohl unumstritten zu den bekanntesten Bergsteigern in Sachsen. Auf seiner Hütte im Zahnsgrund bei Bad Schandau ist jeder ein gerngesehener Gast, bei einem obligatorischen Glas Bier und humorvollen Gesprächen vergeht die Zeit wie im Flug.
Rudolf Eisenreich begann 1953 mit dem Klettern in der Sächsischen Schweiz, ab 1958 gehört er den Club der „Rohnspitzler“ an. Im Laufe der Jahre kletterte Bü fast mit allen Bergsteigern die in Sachsen Rang und Namen haben. Beachtlich ist auch, dass er nie den Kontakt zu jungen Bergsteigern verloren hat und sich den Entwicklungen nicht verschlossen hat.
Im Laufe seines Bergsteigerlebens gehörte Rudolf Eisenreich nicht unbedingt zu den ganz „Großen Erstbegehern“ mit aber etwa 10 Erstbegehungen in Sachsen und über 12 Erstbegehungen in Adersbach hat er aber seine Spuren hinterlassen.

Im Frühjahr 1972 wollten die Rohnspitler ein Projekt an der Wolfsfalle in den Affensteinen in Angriff nehmen. Als Vorsteiger, war Bü schnell gefunden, Hans und Christa als Teilnehmer des Unterfangens waren zu „Großer Tat“ bereit. Also ging es am Morgen Richtung Affensteine. Über die Obere Affensteinpromenade, wurde der Gipfel der Wolfsfalle erreicht. Zwischen Wolfsspitze und Wolfsfalle am Einstieg eines Teils überhängenden Riss  wurde gelagert und die Blicke tasteten sich den jungfräulichen Riss hinauf.
Das folgende ist in unterschiedlichen Versionen überliefert…
Nach gutem Zureden machte sich nun Bü bereit und nahm den Riss in Angriff. Meter für Meter ging es hinauf. Der teils überhängende Riss verlange einiges an Nerven von dem Vorsteiger. Mit zunehmender Höhe des Vorsteigers machte sich nun die Besorgnis von Hans bemerkbar, zu einen um die mögliche Fallhöhe von Bü, zum anderen um nachfolgende Begeher des Weges.
Vom Fuß des Einstieges erreichten Bü die mahnenden Worte „…doch mal über das schlagen eines Ring“ nachzudenken.
Aus luftiger Höhe erreichte die am Fuß des Einstieges sichernden Bergfreunde … ein etwas lakonischer Kommentar von Bü „…  geht nicht … ich habe Angst … ein Ring … traue ich mir nicht zu schlagen…“ Die Anspannung des Vorsteigers war deutlich spürbar!
Meter um Meter ging es angespannt weiter nach oben. Die im Ernstfall zu erwartende Fallhöhe, wurde nun langsam von der Bodentruppe als mehr als bedenklich eingeschätzt….
Der erneute Hinweis, nun doch endlich einen Ring zu schlagen, wurde von Bü erneut abschlägig bescheidet.
Also griff Hans nun zu einem drastischen Mittel, „… also, wen Du jetzt keinen Ring schlägst, dann binden wir dich fest…“ Antwort von oben „ … nein … geht nicht … habe Angst … klettere weiter …“
Hier scheiden sich nun die Überlieferungen, die einen berichten, Bü wurde einfach durch Festhalten am weiterklettern gehindert, die anderen berichten, Bü beugte sich der Meinung der Bodentruppe und schlug freiwillig einen Ring.
Letztlich erreichten alle Beteiligten den Gipfel, ohne den befürchteten Sturz.

Im Kletterführer heißt es heute:
!Wolfsriß VIIc Rudolf Eisenreich, H. Rieger, Christa Zänker, 6.5.72 – Re. In der Scharte zur „Wolfsspitze“ teils überh. Riß (R) zur Plattform. Re. zu HS u. wie AW zG.
PS: ! = Symbol für ungenügend gesicherte Routen.

Neben seinen heimatlichen Sächsischen Felsen, wurden die Felsen in Adersbach in Böhmen,  seit Anfang der 60er Jahre zu seiner 2. Heimat.
Auch kann er auf Zahlreiche alpine Gipfelsiege u.a. am Mont Blanc und Matterhorn verweisen.
In Nepal war er mit Bergfreunden auf einer Treckintour.
2005 reiste der Dresdner Jörg Lützner mit Freunden in die algerischen Sahara. Die sächsische Bergsteigerlegende Rudolf Eisenreich bestieg zusammen mit Cornelia Exner und Jörg Lützner die Foucould Spitze im Hoggar Gebirge. Danach gelangen noch mehrere Klettertouren an bis dahin unbekannten Gipfeln.
Im 1999 erschienen kleinen Büchlein „Versteckspiel im Gühnekamin…“ finden sich einige lesenswerten Anekdoten über die „Grauen Hirsche“ und Rudolf Eisenreich.

 
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