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Erhard > Ü 60



Irgendwie ist die Türkei bei mir bisher durchgerutscht. Durch Gülcan, eine türkische Sportfreundin wurde ich auf Geyikbayiri aufmerksam. 2015 passte es nicht in die Planung, also ging es nun Anfang April Richtung Antalya. Kurz entschlossen buchte Angelika all inclusive in Antalya /Konyaalti. 17 Km vom Klettergebiet entfernt. Noch schnell einen Kletterführer besorgt und schnell raus aus dem kalten Deutschland.

 

Am Abend Ankunft in Konyaalti, am Morgen ein Auto gleich um die Ecke gechartert, Kletterrucksack ins Auto und ab ins Taurus Gebirge. Endlich mal wieder richtig Auto fahren. Der Weg ins Klettergebiet war schnell gefunden und der Wegweiser leitete uns problemlos bis zum Josito Guesthouse. Schon bei der Anfahrt war Geyikbayiri beeindruckend…. Felsriegel ohne Ende …


Ohne lange zu überlegen in 3 Minuten zum nächsten Sektor Left Cave. Zwei hübsche Klettergirls aus Berlin und Banana,  ein ukrainischer Kletterer begrüßt uns. Seil raus, Klettergurt an und ran an den Fels…. Ups … war ich über den Winter eingerostet, gut, jünger war ich auch nicht geworden. Aber bis so um französisch 6a ging es doch sonst immer noch ganz gut? Und dieser Sektor soll einer der wenigen „leichteren“ sein? Der erste Weg eine der drei! einzigen 4er währe andern Orts auch als 5a durchgegangen, California Dreaming  1. SL 5b …. ??? hätte auch 6a+ sein können. Als Abschluss Havensgate 5a, auch nicht gerade was ich unter 5a verstehe. Kommentar der Klettergirls, ja ja,  die ersten Tage muss man sich hier einklettern …. dann wird es schon … na das kann ja lustig werden.

 

Am Abend den Frust erstmal mit Bier und Raki runtergespült.

Neuer Tag, neues Kletterglück. Wieder zum Camp und zum Mini Sektor Yenicay. Hier sah es kletterbarer aus. Harter Starter mit 5b, klang zwar nicht gerade einladen, sah aber so aus, also ran. Und oh Wunder ich konnte doch noch klettern. Unser Banana hatte sich auch wieder eingefunden, mit der Bitte sich uns anzuschließen. Ja und dann war Angelika am Fels… super Kletterei, Ihre erste 5b im Neuen Jahr. Aber dann schlug das Verhängnis zu…. Bein runterlassen leicht verdreht, etwas gependelt, Autsch. Unten erstmal Fuß kühlen…. Derweilen versuchte Banana sich an Bauphase 6a+! weiter als bis zum 2. Haken ging es nicht. Humpelnder Weise sicherte mich Angelika, nun wieder, an Blasehase 5b… um es kurz zu machen „Sack“ aufgezogen.
Angelikas Fuß wurde auch nicht besser, also finnisch und erstmal zurück nach Antalya und zu einem Arzt. Blöderweise  hatte ich die Autotüren aufgelassen, Innenbeleuchtung an und das Radio. Mit freundlicher Unterstützung vom Josito Camp  das Auto gestartet und ab nach Antalya.
Hotel, Anrufe, Krankenwagen, Krankenhaus, Untersuchung, Diagnose Muskelfaser eingerissen, Fußmanschette, Medikamente besorgt, zurück zum Hotel, Krücken organisiert, 1 Flasche Raki hinter die Binde gegossen…. TOLLER TAG!


An folgenden Tag im Hotel am Pool rumgelungert, damit Angelika erstmal Ihren Fuß ruhig hält. Mit türkischem Bier den Tag überbrückt.
Nächster Tag, im Hotel wird der Fuß auch nicht besser und mit Krücken hat Hoppelhase ja schon Erfahrungen, also auf zur Erkundungsfahrt Richtung Olympos und Cirali. Cirali ist ein Klettergebiet entlang eines Flusses, ich dort langekroch, schönes Gebiet aber auch recht kräftig. Um Olympus wenigstens Mal anzuschauen, runter zum Stand und mit dem Auto möglichst dicht ran, Hoppelhase kann ja nur hoppeln. Ergebnis, festgefahren.

   

Olympos ist ein weitläufiges Kletter- und Wandergebiet mit jeder Menge archeologischen Sehenswürdigkeiten, einfach ein Muss für Wanderer und Kletterer.
Zurück zum Auto. Hilfe muss her, einen türkischen Traktoristen requiriert und das Auto wieder auf fahrbaren Boden geschleppt. Im Merhaba, am Strand lecker türkisch gespeist.
Die nächsten 2 Tage Tourist gespielt Siede, Strandpromenade, Altstadt, Schlüpfer und T-Shirt gekauft, Hoppelhase zur Haarverschönerung, Gewürzhändler, was halt so in der Türkei üblich ist. Am 2. Tag nach Phaselis auf den Spuren von Alexander dem Großen und anderer antiker Helden, sehenswert.


Da Hoppelhase seinen Fuß doch noch schonen sollte, auf nach Citdibi. Geile Fahrt durch das Taurus Gebirge bis zum Masal Refuge. Tolles Camp, Tolle Landschaft, Hohe Wände. Zum Klettern, kein Gebiet für mich, unter 6a NIX!

 

Da gerade Wochenende war, ein Muss!, der Basar auf dem Market Place bei Akdamlar. Richtig schöner traditioneller türkischer Basar ohne Touristen nur Eiheimische. Super Preise (wichtig für die Selbstversorgung in Geyikbayiri, ein Market gibt es auch in Akdamar)
Ab dem Montag, meinte Hoppelhase, genug der türkische Rivera! Irgendwie komme ich schon an den Fels und sichern geht immer, auf ins Klettergebiet Geyikbayiri, zum Einstieg werde ich schon irgendwie hoppeln können.

   

Um es kurz zu machen, einige Kletterwege  im Sektor Küllüin, Türkisch Standard, Pasa und Zeytinlik hab ich doch noch geschafft, an einigen bin ich kläglich gescheitert. Fazit ein tolles Klettergebiet, aber, man sollte schon mindestens im oberen französische sechsten Grad sicher zu Hause sein, besser noch im Siebener Bereich. Die Orientierung ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber man findet schon die Gebiete. Leider sind die Wege kaum mit Namen versehen, was zu Irritierungen führen kann,  zumal laufend neue Wege hinzukommen. Vielleicht macht eine spätere Neufassung des Kletterführers die Zugangsorientierung mit klareren Topos einfacher.
Jede Menge Neuland ist auch noch zu bearbeiten, aber man sollte sich bei den Camps dazu kundig machen. Schön wäre es,  wenn  bei der Erschließung  ein Paar Sektoren für Normalos, wie uns von den „Sächsischen Ü 60/70 Kletterinvaliden“, ein paar Wege eingebohrt würden, was dem ganzen Gebiet noch mehr Attraktivität geben würde. Mal sehen,  was unsere Truppe zu meinen Geschichten sagen wird? Könnte schon sein,  wir kommen ….
Zu erwähnen sei noch ein Kleiner Imbiss an der Straße, der in den Tagen im Klettergebiet unsere Stammkneipe wurde. Spartanischer und einfacher geht nicht…. Aber …. Tolle und Nette Wirtin, lecker türkisch Kaffee, kühles Bier und bei Bedarf ECHT türkische Küche. Muss man unbedingt hin.

   

Ansonsten noch Mal zum Schluss etwas Kultur Antalya und Kemer (kann man sich sparen!), die türkische Küche genossen (sehr zu empfehlen - das Essen im Hotel war, na ja sehr einseitig). Fazit 2 Wochen sind viel zu kurz!

     

Zum Schluss noch etwas zum Verkehr.
Wer ausschließlich in Geyikbayiri bleiben will, braucht kein Auto, Taxi und Dolmus sind preiswerte Transportmittel. Wer aber in die anderen Klettergebiete will und auch Mal ins Hinterland, kommt mit einem Auto besser. Wichtig!, mieten  ein Auto mit etwas mehr Bodenfreiheit. Abseits der Hauptstraßen geht es munter über Pisten. Auf den Festen Straßen, geht es zügig zur Sache… die Beschilderung ist wie bei uns… nur sind die Angaben wohl mehr zur groben Orientierung. Z.B. auf der D400 wirst Du mit 90 Km/h schon unter “ Langsam Fahrer“ eingestuft und auch schon Mal von einem LKW überholt! Auf den Boulevards in Antalya geht’s auch schon mal mit knapp 100 durch die Stadt…. Aber! Die Einheimischen sind zwar flott unterwegs, fahren aber sehr aufmerksam und rücksichtsvoll. Überlad wird die Absicht des Überholsens oft mit einen kurzen Hupen angezeigt. Am besten, sich ohne Scheu dem Verkehr anpassen und fahren wie alle… Fazit, Autofahren in der Türkei ist abwechslungsreich und macht Laune – Freie Fahrt für Freie Bürger.


 
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