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Die Babarine > Die Alten vom Berg > A - I

Walter Hahn

A
m 20. April 1889 in Berlin geborenen
Am 24. November 1969 verstarb Walter Hahn im Alter von 80 Jahren.



Walter Hahn hatte seit seiner Jugend zwei Hobbys: Klettern und Fotografieren. Bei seinen zahllosen Wanderungen und Kletterpartien in der Sächsischen Schweiz konnte er beides aufs Schönste miteinander verbinden. Auch als Berufsfotograf und Inhaber eines Postkartenverlags blieb er dem Kletterparadies im sächsisch-böhmischen Grenzland treu. So entstanden im Laufe von drei Jahrzehnten etwa 2.000 Aufnahmen aus der Sächsischen Schweiz, die einerseits die Schönheiten der Landschaft und ihrer Städte und Dörfer im Bild festhalten.

Nicht nur als Fotograf, dessen Ziel es war, zahlreiche Erst- und Frühbegehungen zu dokumentieren, auch als Bergsteiger hat sich Walter Hahn einen Namen gemacht. Obwohl er sich klettermäßig stark betätigt hat, ist leider nur wenig überliefert.
Durch die Fähigkeit, selbst klettern zu können, erschlossen sich Hahn alle Möglichkeiten, auch gewagteste Kamerastandpunkte zu erreichen. Ab den 1920er Jahren entstanden zudem viele Aufnahmen, die Hahn aus der Luft machte, um die vom Boden aus kaum wahrnehmbaren Landschaftsstrukturen sichtbar zu machen.

Mit der Sächsischen Schweiz verband den Fotografen eine ganz besondere Beziehung. Im Alter von 9 Jahren, nach dem Tod seines Vaters, zieht die Familie nach Dresden, wo Hahn bis 1903 die Schule besucht. Danach trat er eine Lithografenlehre bei der Dresdner Firma Steinbach & Strache an, die er Ostern 1907 erfolgreich beendete. Die fotografische Tätigkeit Walter Hahns begann bereits während seiner Lehrzeit, eng verbunden mit der Begeisterung für den Klettersport. Mit einer schweren Plattenkamera dokumentierte er Begehungen verschiedenster Seilschaften in der Sächsischen Schweiz.



Erste Hahnsche Fotokarten mit „Anstiegsserien“, Kletter-, Ski- und Landschaftsaufnahmen, die er zunächst für Freunde anfertigte und später auch gewerblich vertrieb, entstanden ab 1906. Berühmtheit erlangten darunter vor allem die Kletteraufnahmen, auf denen alle Persönlichkeiten vertreten sind, die in dieser Zeit die Geschichte des sächsischen Bergsteigens mitgeschrieben haben: Rudolf Fehrmann, Willy Häntzschel, Paul Illmer, Rudolf Klemm, Oswald Kunis, Max Matthäus, Paul Schöne, Oliver Perry-Smith, Erhard Renger, Emanuel Strubich oder Fritz Wiessner. Diese Aufnahmen bestechen jedoch nicht nur durch ihren dokumentarischen Charakter und handwerkliche Brillianz, sondern bieten auch manche Anekdote dar. 1912 beispielsweise fotografierte Hahn Max Matthäus bei der Nachgestaltung eines Ulkes von Oliver Perry-Smith. Dieser trug eines nachts ein Fahrrad auf einen Gipfel im Bielatal, das er der folgenden Seilschaft als Überraschung hinterließ.

Hahn selbst gehörte zwar nicht zu den absoluten Spitzenkletterern, nachweislich aber zu den bergsteigerischen Erschließern der Gipfel im Sandsteingebirge. Als Mitglied im „Club der Gipfelstürmer“ war er an mehreren beachtenswerten Erstbesteigungen beteiligt.
Sächsische Schweiz - Erstbresteigungen:
Totenkopf – Alter Weg III; Paul Keppler, R. Greter, K. Wagner, Walter Hahn; 5.5.1907
Wehlkopf – Alter Weg III; Alfred Keppler, R. Fritsch, A. Kunze, Walter Hahn, Max Matthäus; 21.7.1907
Weißer Turm – Alter Weg III; Walter Hahn, K. Wagner, Franz Gnaß; 27.3.1910
Kleiner Edelweißturm – Alter Weg III; Walter Hahn, K. Wagner, A. Hoyer; 27..3.1910
Großer Edelweißturm – Alter Weg II; Walter Hahn, K. Wagner, A. Hoyer; 27.3.1910
Sächsische Schweiz - Erstbegehungen:
Fluchtwand – Gipfelstürmerweg V; Max Matthäus, Walter Hahn, K. Wagner, 28.5.1912
Backofen – Höhlenweg IV; Franz Gnaß, H. Wagner, Walter Hahn; 11.5.1913
Breite Kluft-Turm – Gnaßweg V; Franz Gnaß, H. Wagner, Walter Hahn; 18.5.1913
Böhmische Schweiz - Erstbresteigungen:
Steinkarturm – Alter Weg IV; Walter Hahn, R. Kopprasch, K. Wagner, 4.5.1913
Paradiesturm – Alter Weg IV; Walter Hahn, R. Kopprasch, K. Wagner, 4.5.1913
Böhmische Schweiz - Erstbegehungen:
W
urzelstein – Westweg IV; Walter Hahn, Max Matthäus; 4.8.1912

Hahn konnte die Geschäfte seines florierenden Lichtbildverlags über die Zeit des Zweiten Weltkriegs, zum Teil mit Sondergenehmigungen, bis zur Zerstörung seines Hauses und seiner Werkstatt im April 1945 fortsetzen. Die im Keller gelagerten Glasnegative blieben jedoch bis auf wenige Ausnahmen erhalten, so dass er sein Gewerbe bereits im Juni 1945 wieder aufnehmen und seine bildkünstlerische Arbeit bis in die 1960er Jahre hinein fortsetzen konnte.


Das wohl international bekannteste Bild von Walter Hahn
"Blick über das zerstörte Dresden 1945"


Die gefragtesten Postkarten sind nach wie vor die Hahn-Karten.

 
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