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Willy Ehrlich
* 11.11.1896 in Dresden
† 31.08.1993 in Dresden.

Von Beruf war Willy Ehrlich Kaufmann. Er baute die väterliche Kunstblumenfabrik mit auf, die beim Bombenangriff 1945 auf Dresden
zerstört wurde. Dabei kamen auch die Eltern, eine Schwester und eine Nichte ums Leben. 1945 pachtete er die Firma Gebrüder Keferstein, Kunstblumenfabrik, in Dresden Plauen. 1956 erwirbt er durch Kauf die Firma von den Erben und wird 1972 vom Staat entprivatisiert. Er
arbeitet noch ein Jahr als Betriebsleiter in dieser Firma und erlangt danach wieder seine Selbständigkeit als privater Großhändler.
1937 heiratete er die Bäckerstochter Elsa Padelt, * 13.03.1906. Aus der Ehe gingen insgesamt 3 Kinder hervor.
Seine erste Felsbesteigung unternahm er mit 16 Jahren auf den Johanniskegel. Ab 1912 begann seine aktive Bergsteigerlaufbahn. Dem SBB
war er von Anfang an verbunden. Er übernahm später verschiedene Funktionen im Bund. Auch als Skiläufer war er sportlich aktiv und gehörte mehreren Skiläufer-Vereinigungen an. Besonders in den 1920er und 30er Jahren war er aktiver Felskletterer, dem einige Erstbegehungen gelangen und der an vielen Erstbegehungen von Klubkameraden oder Freunden teilnahm. Er war Mitglied im Dresdner Klub Wanderlust 96.
1932 fuhr er mit der 1. Deutschen-Arbeiter-Kaukasus-Expedition nach Russland und bestieg im Kaukasus einige Gipfel.
Willy Ehrlich war auch als Sänger aktiv. So hat er beim Sächsischen Bergsteigerchor des SBB und nach 1945 bei den Bergfinken mitgesungen.
Auf der außerordentlichen Hauptversammlung des SBB am 20.02.1934 ließ sich der damals parteilose Willy Ehrlich als Gegenkandidat für den Vorsitz SBB aufstellen und gewann die Wahl mit 180 zu 113 Stimmen. Sein Gegenkandidat war der bisherige Zweigführer Martin Wächtler.
Willy Ehrlich musste jedoch das Amt ausschlagen und Martin Wächtler wurde erneut Bundesführer.
Infolge erneuter Einberufung Martin Wächtlers im Jahr 1943 zur Wehrmacht übernahm Johannes Thumm die Geschäfte des SBB. In den
letzten Kriegsmonatenwählten wurde Willy Ehrlich am 20.06.1944 als ersten Stellvertreter des Zweigführers des SBB und kommissarischen Bundesführer gewählt. Somit war er der letzte gewählte Bundesvorsitzende des SBB, der das Vereinsverbot im Jahre 1945 erlebten musste.
Mit seinen zündenden Stegreifreden erinnerte Willy Ehrlich zu DDR-Zeiten pointenhaft immer wieder an den SBB.

Im Oktober 1989 setzt der 93-Jährige sich sehr engagiert in Aussprachen und Diskussionen für ein Wiedererstehen des SBB ein. Entgegen
den Vorstellungen der alten Funktionäre des DWBO sollte dieses Vorhaben auch am 21.12.1989 gelingen. Auf dem Heimweg von der Gründungsversammlung kommt von ihm der Satz: „Dass ich das noch erleben durfte!“.
Willy Ehrlich wurde auf der am 25.05.1990 stattfindenden Hauptversammlung der (Wieder)Gründung des Sächsischen Bergsteigerbundes
zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

 
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