Die Geschichte Spuren Falkos Ecke

Die steinerne Jungfrau der Sächsischen Schweiz

Entdecke die Geschichte und viele interessanten Fakten zur berühmten Felsnadel "Barbarine" am Pfaffenstein, dem linkselbischen Wahrzeichen der Sächsischen Schweiz und erfahre, was es braucht, damit sie uns noch lange erhalten bleibt.

Blick auf die Barbarine

Die Geschichte

Die Felsnadel „Barbarine“ ist der bekannteste freistehende Felsen im deutschen Teil des Elbsandsteingebirges, bestehend aus der Sächsischen und Böhmischen Schweiz. Es gilt zweifellos als bedeutendes Wahrzeichen des Pfaffenstein, oftmals sogar der gesamten Sächsischen Schweiz. Das was der Eiffelturm für die Pariser bedeutet, ist sozusagen das einzigartige 42,7 m hohe Naturdenkmal Barbarine am Pfaffenstein für die Bewohner und Freunde der Sächsischen Schweiz.

Pfaffendorf
Pfaffendorf, Foto: Ivo Teichmann

Ortslage

Die fast 43 m hohe Barbarine steht südöstlich am Massiv des Pfaffensteins im Ortsteil Pfaffendorf der Stadt Königstein / Sächsische Schweiz. Die freistehende Felsnadel ist im Südosten dem Felsmassiv des Pfaffensteins vorgelagert. Der Name Pfaffenstein leitet sich von dem angrenzenden Ort Pfaffendorf (seit 1994 Ortsteil der Stadt Königstein) ab, dessen Bewohner im Mittelalter Zinsen an den Pfaffen (Geistlichen) der Festung Königstein zahlen mussten. Pfaffendorf wurde 1437 in diesem Zusammenhang erstmals erwähnt. Der Pfaffenstein mit der Barbarine zählt zu den beliebtesten Ausflugszielen in der Sächsischen Schweiz. Der Pfaffenstein diente nicht nur in grauer Vorzeit als Siedlung. Auch in Kriegen zogen sich die Einwohner von Pfaffendorf auf den Pfaffenstein zum Schutz zurück. Das ist aus der Zeit des sächsisch-schwedischen Krieges von 1706 und den Befreiungskriegen 1812/1813 bekannt. Die vorhandenen Höhlen am Pfaffenstein waren gute Schutzräume, auch für Tiere, beispielsweise die "Steinerne Scheune" östlich am Pfaffenstein.

Barbarine zum Sonnenaufgang
Barbarine zum Sonnenaufgang, Foto: Ivo Teichmann

Die Sage zur Barbarine

Der Sage nach ist die Barbarine eine versteinerte Jungfrau, die von ihrer streng gläubigen Mutter bestraft wurde.

„Das immerwährende Mahnmal eines Strafgerichts, nach welchem es geschehen seyn soll, daß eine Mutter aus Pfaffendorf ihre Tochter sonntags habe heißen in die Kirche gehen, die Tochter aber sey währender Kirche auf den Pfaffstein in die Heydelbeere gegangen, und als sie die Mutter daselbst angetroffen, habe sie die Tochter im Zorn verwünschet, daß sie müsse auf der Stelle zum Stein werden; worauf solches augenblicklich also geschehen, und daher diese zum Stein gewordene Jungfer auf immer allhier stehe, und mit ihrem Steinbilde alle ungehorsame Kinder warne.“[1]

Der Name Barbarine wurde vom Vornamen des Mädchens abgeleitet.[2]

In einer sehr bekannten Variante dieser Sage handelt es sich bei der Mutter um eine böse Hexe und das Mädchen trifft am Pfaffenstein ihren Geliebten, einen Förster, der dem benachbarten Klettergipfel den Namen gab.[3]

Meilensteine

Die Kontrollbesteigungen

In unregelmäßigen Abständen, zuletzt 2023, 2024 und 2025, steigt ein kleines Team der Klettertechnischen Abteilung (KTA) des Sächsischen Bergsteigerbundes gemeinsam mit der Nationalparkverwaltung und Bergwacht auf den Gipfel. Sie klopfen die Dichtkappe ab, messen Risse und beheben kleine Schäden. Zuletzt am 7. November 2025 entfernten sie zum Beispiel vier alte Eisenanker und verputzten die Ostecke der Untermauerung. Die wichtigste Aufgabe: Es darf kein Wasser in den Gipfelkopf eindringen.

Warum nicht jeder hinauf darf? Weil jede Besteigung den Fels belastet. Wer oben ist, arbeitet im Auftrag aller mit dem Ziel den Felsen in seiner Form zu erhalten. Jeder Einsatz wird in einem detailliertem Bericht dokumentiert.

  • seit 1992werden Risse regelmäßig vermessen
  • 5 Messmarkenzeigen, ob sich der Fels bewegt
  • 4 Ankerwurden 2025 entfernt

So läuft ein Einsatz ab

  1. Aufstieg über den Alten Weg, Seile aufbauen und das Material hochziehen.
  2. Sichtkontrolle rund um den Gipfelkopf.
  3. Dichtkappe abklopfen: Die Dichtkappe ist die Abdichtung oben auf dem Gipfelkopf, ein hohler Klang verrät lose Stellen.
  4. Untermauerung des Gipfelkopfes prüfen, mit Blick und Klopfprobe.
  5. Kleine Schäden beheben, zum Beispiel Putz ergänzen oder alte Metallanker entfernen.
  6. Messmarken vermessen: Eine Messlehre zeigt, ob sich Risse verändern.

Alles wird in einem detailliertem Bericht festgehalten, so lassen sich Veränderungen über die Jahre vergleichen.

Spuren

Sandstein ist weich. Was wir ihm antun, bleibt, bis er verwittert. Darum bitten wir dich um drei Dinge.

Nicht ritzen

Jede Ritzung ist dauerhaft und lässt sich nicht rückgängig machen. Der Fels soll auch in vielen Jahrzehnten noch unversehrt zu sehen sein.

Auf dem Weg bleiben

Schon 1930 war der Boden rund um die Barbarine so zertreten, dass dort kein Wald nachwachsen konnte. Jeder Schritt abseits der Wege vergrößert diesen Schaden.

„Das war schon immer so“

Alte Einritzungen sind heute Zeitzeugnisse. Aber wir kennen die Folgen, und deshalb tragen wir heute die Verantwortung, es anders zu machen.

Warnhinweis: Illegale Besteigungen

Man munkelt, dass es sogenannte „Vollmondbesteigungen“ gibt, also „schwarze Besteigungen“. Warum bei Vollmond? Da dient der Mond als Taschenlampe, sonst bräuchte man eine sehr auffällige Stirnlampe.

Diese Besteigungen der Barbarine sind illegal und eine Straftat. Sie werden mit mindestens 1.000 € Strafe geahndet.

Falkos Ecke

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Falko, der Wanderfalke mit Rucksack, winkt freundlich

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Übernachten am Fuße der Barbarine

Wer die Barbarine und die vielen schönen Ausflugsziele in der Umgebung näher kennnenlernen möchte, findet in Pfaffendorf eine Unterkunft im Gästehaus Teichmann. Es liegt am Fuße des Pfaffensteins, ganz in der Nähe der Barbarine. Der Gastgeber Ivo Teichmann ist Miteigentümer der Barbarine und freut sich über Ihr Interesse.

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  • Pfaffendorf
  • In der Nähe der Barbarine
  • Gastgeber: Miteigentümer der Barbarine

Quellen

  • BILD: Geheimnis um legendären Felsen gelüftet: Bergsteiger-Legende wollte Barbarine kaufen. In: BILD, 2021. BILD-Artikel
  • CAMP4: Reisebericht Barbarine – Elbsandsteingebirge. In: Camp4, 2014. Camp4
  • DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR GEOLOGIE: Pfaffenstein mit Barbarine. In: Geotope des Monats, 2022. Deutsche Gesellschaft für Geologie
  • [2] GRÄSSE, Johann Georg Theodor: Die steinerne Jungfrau auf dem Pfaffenstein. In: Ders.: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen. 2., verb. u. verm. Aufl. G. Schönfeld, 1874, S. 169–170. Wikisource
  • [1] GRIMM, Jakob; GRIMM, Wilhelm: Deutsche Sagen. München, 1816, S. 229. Literaturnetz
  • Hinweistafel an der Barbarine.
  • KLETTERTECHNISCHE ABTEILUNG DES SÄCHSISCHEN BERGSTEIGERBUNDES: Bericht zur Kontrollbesteigung der Barbarine vom 7. November 2025.
  • LANGE, Martin: „Die Barbarine, verboten und doch geliebt!“. Klettertechnische Abteilung des Sächsischen Bergsteigerbundes.
  • RÖLKE, Thomas (Hrsg.): Der Pfaffenstein. In: Monographien zur Sächsisch-Böhmischen Schweiz, Bd. 1. Berg- & Naturverlag Rölke.
  • SANDSTEINBILDER: Barbarine – historische Darstellungen bis 1905. Sandsteinbilder
  • SÄCHSISCHER BERGSTEIGERBUND: Klettertechnische Abteilung (KTA).
  • TEICHMANN, Ivo: Miteigentümer der Barbarine.
  • THECRAG: Barbarine / Pfaffenstein – Sächsische Schweiz. TheCrag
  • [3] ZIEHNERT, Widar: Der Jungfernstein bei Pfaffendorf. In: Ders.: Sachsen’s Volkssagen: Balladen, Romanzen und Legenden. Bd. 3. Annaberg: Rudolph & Dieterici, 1839, S. 127–134. Internet Archive